Wichtig zu wissen

Auf den Seiten zum Zhan Zhuang und zur Abschlussübung des Fan Teng Gong finden Sie neben allgemeinen Erläuterungen auch Darstellungen von Übungen. Für alle dieser Seiten gilt folgender Hinweis:

„Bitte beachten Sie, dass man traditionelle Übungen des Nei Gong – und darum handelt es sich beim Fan Teng Gong – nach Auffassung der Dao Yuan Schule nicht aus Büchern, Videos oder von Webseiten usw. erlernen sollte. Wir denken: man braucht einen Lehrer. Die Darstellung von Übungen auf diesen Seiten ist vor allem als Erinnerungsstütze für Schüler der Dao Yuan Schule und als Anschauungsmaterial für Personen gedacht, die bereits im Stehen praktizieren.

Schwangere ab dem dritten Monat und Personen mit Herzschrittmacher dürfen Qigong-Übungen im Stehen nicht praktizieren. Die Dao Yuan Schule weist jegliche Verantwortung für eventuell auftretende Probleme zurück, wenn dieser Hinweis nicht beachtet wird.“

So schreiben wir es regelmäßig in jeden Beitrag auf diesen Seiten, der konkrete Übungsabfolgen behandelt. Hier finden sie die Erklärung:

während einfache Qigongübungen in Bewegung in der Regel keine Probleme auslösen können, wenn man versucht, sie aus Büchern, nach Fotos oder Videos zu erlernen, so verhält es sich bei den inneren Übungen (Nei Gong) der chinesischen Überlieferung anders.

Im Nei Gong – also auch im Fan Teng Gong – werden entsprechend der jeweiligen Übung entweder durch Vorstellungslenkung oder durch minimale äußere Bewegungen Zirkulationen angeregt, deren Auswirkungen man zwar bald spüren, deren Mechanismus man aber – auch bei regelmäßigem Üben – recht lange nicht versteht.

Greift man in diesen Mechanismus ein, versucht also entweder die Übung zu verändern oder praktiziert man sie aus Unkenntnis fehlerhaft, kann man energetische Probleme bekommen. Bei Anfängern halten sich diese normalerweise im Rahmen, sie verschwinden nach einiger Zeit von alleine.

Werden stärkere, fortgeschrittene Übungen falsch praktiziert, so kann dies auch zu stärkeren Problemen führen.

In beiden Fällen sollte ein Lehrer wissen, wie er damit umgeht, wie er dies Probleme lösen kann. Darum erteilt die Dao Yuan Schule die Unterrichtserlaubnis für Fan Teng Gong erst dann, wenn durch die Praxis des Nei Jing Gong-1 und 2 ein höheres Niveau erreicht wurde, als es mit dem Fan Teng Gong möglich ist.

Werden innere Übungen von Anfang an falsch einstudiert, so tut man die ersten der Schritte, die eine meilenweite Reise beginnen können, in die falsche Richtung. Ist man in die falsche Richtung gegangen, muss man wieder umkehren und die Reise von vorne beginnen.

Yangsheng, Yangshen, Yuanshen

Anfänger und/oder Ambitionierte im Qigong verwechseln die beiden oft : Yangshen (阳神, Yang-Geist) und Yangsheng (养生, Gesundheitspflege). Des weiteren werden auch Yangshen (阳神, Yang-Geist) und Yuanshen (原神, Ursprungsgeist) gerne verwechselt. Oder sogar Yangsheng mit Yuanshen.

Mir ging es früher auch so, das war für mich ein großes begriffliches Durcheinander, irgendwie hatte es mit Qigongübungen zu tun, damit, dass sie „Körper und Geist kultivieren“, wie man so schön sagt. Meister Guo Bingsen hat mich damals dann gleich eines Besseren belehrt. Chinesen sollten immerhin wissen, dass es sich nicht um die selben Sachverhalte handeln kann, denn die Schriftzeichen sind ja unterschiedlich. Meister Guo kannte sogar die verschiedenen Bedeutungen:

Yangsheng (养生, Gesundheitspflege) meint die eher gymnastisch anmutenden chinesischen Gesundheitsübungen in Bewegung im Rahmen von weiteren Maßnahmen der Gesundheitspflege, wie Diätetik, gesunde Lebensführung usw.

Yangshen (阳神, Yang-Geist) und Yuanshen (原神, Ursprungsgeist) sind Begriffe v.a. aus fortgeschrittenen Sitzmediationen des traditionellen Qigong im Zusammenhang mit der „Kultivierung des Geistes“. Diese können erst dann gute Ergebnisse bringen wenn das Qi der Übenden ausreichend gekräftigt und gut „geerdet“ ist. Darum unterrichtet man sie nicht an Anfänger. Der Yangshen bedeutet in diesem Zusammenhang einen Teil unseres väterlichen Erbes, der Begriff Yuanshen bezieht sich auf den eigenen Ursprungsgeist.

Es ist ein zentrales Ziel daoistischer Qigong-Übungen, den Yuan Shen zu entwickeln, da hiermit das Erscheinen sehr hoher latenter Fähigkeiten verbunden sein soll.

Mit Yangsheng-Gong (Übungen zur Lebenspflege) können diese besonderen Fähigkeiten jedoch nicht erreicht werden.

Ein Beispiel für an der Dao Yuan Schule gelehrtes Yangsheng Gong ist das Hui Chun Gong, die Übersetzung von theoretischen Ausführungen zu daoistische Übungen zur Kultivierung des Lebens finden Sie unter diesem Link.

Obwohl es der Lebenspflege dient und den Geist regulieren kann, ist Fan Teng Gong eher kaum eine Art Yangsheng Gong, noch zählt es im engeren Sinne zu den Übungen zur Kultivierung des Geistes. Es ist eine traditionelle Qigongform zur Entwicklung und Regulierung des Qi. – Qigong ist eine vielgestaltige Sache.

Die Sitzmeditation des Fan Teng Gong

Neben den 14 Übungen im Stehen hat das Fan Teng Gong eine Sitzmeditation, welche die Ergebnisse der Übungen im Stehen unterstützen soll. Diese Sitzmeditation wird an der Dao Yuan Schule erst unterrichtet, nachdem alle anderen Übungen erlernt und regelmäßig praktiziert wurden. So hat Meister Guo es gelehrt, so führt die Dao Yuan Schule es fort.

Sollte diese Übung im Rahmen des Unterrichts der Dao Yuan Schule auch manchmal (selten) in einer „Meditationsrunde“ im Rahmen von Fan Teng Gong Kursen eingesetzt werden, dann soll sie den Teilnehmern die Aufnahme einer Qi-Übertragung in der Gruppe erleichtern. Die individuelle Übertragung erfolgt immer erst, nachdem alle 14 Stehübungen gut erlernt wurden.

Auch die an der Dao Yuan Schule ausgebildeten Lehrer unterrichteten diese Sitzmeditation früher erst nach allen anderen Übungen, doch hat es sich dort irgendwann eingebürgert, sie als einfache Entspannungsübung mit den Schülern zu praktizieren. Da dies jedenfalls nicht schaden kann, hat Meister Guo nach anfänglichem Zögern dann weiter nichts dagegen eingewendet.

Warum aber diese Zurückhaltung, dieser scheinbar erst späte Unterricht der Sitzmeditation?

Nun, die Übungen im Stehen bringen das Qi schneller in Bewegung, Ergebnisse stellen sich dadurch schneller ein als beim Sitzen in Stille.

Manche Teilnehmer praktizieren außer dem Fan Teng Gong noch weitere Qigongübungen, die sie nicht an der Dao Yuan Schule gelernt haben. Jedes traditionelle Qigong hat seinen eigenen Übungsaufbau, seine eigenen Regeln. Diese passen manchmal nicht zusammen. Das bedeutet: einzeln geübt, in einem Abstand von etwa 4-6 Stunden zueinander, bringt die Praxis unterschiedlicher traditioneller Qigongübungen das Qi der Übenden nicht durcheinander.

Manche Übungen verbieten es jedoch von sich aus, andere Übungen parallel zu praktizieren. Das wissen die Übenden nicht immer. Darum kann es manchmal zu energetischen Konflikten kommen.

Außerdem ist das Fan Teng Gong dafür bekannt, dass es beim Üben sogenannte „Krankheitsreaktionen“ auslösen kann. Hierbei handelt es sich um Reaktionen des Körpers auf die verstärkte Qi-Zirkulation, die versucht, verbrauchtes Qi in Bewegung zu bringen, um es in der Folge auszuleiten. Derartige Reaktionen nennt man „Krankheitsreaktionen“, weil sie aussehen wie eine Krankheit¹; faktisch handelt es sich jedoch um Regulierungsprozesse. Diese sind bei verschiedenen Individuen zwar manchmal ähnlich, jedoch niemals gleich und sie sind NIE vorhersehbar. [Im Fan Teng Gong greift man nicht zielgerichtet in Prozesse ein, sondern diese geschehen aus der eigenen Logik des Lebendigen.] Diese Regulationsprozesse können sich in verschiedenen Beschwerdebildern äußern, häufig, aber nicht ausschließlich, sind dies z.B. Kälteempfindungen, Schmerzen, Übelkeit, Durchfälle, Hautausschläge.

Da die Stehübungen des Fan Teng Gong das Qi der Übenden vergleichsweise schnell in eine vergleichsweise starke Zirkulation bringen, vollziehen sich hier die Prozesse des „Auflösens und Ausleitens“ schneller als bei den stillen Übungen im Sitzen. Dies bezieht sich auf „Krankheitsreaktionen“ ebenso wie auf unerwünschte Interferenzen mit anderen Übungen.

Konkret heißt das: Übt man (vor allem Anfänger!) im Stehen, verschwinden diese unangenehmen Sensationen schneller als beim Üben im Sitzen. Hat man das gesamte Fan Teng Gong jedoch bereits erlernt und regelmäßig praktiziert, dann hat man dabei sein Qi sukzessive gestärkt. Dadurch wirken andere Übungen stärker, auch die zum Fan Teng Gong gehörige Sitzmeditation kann ihre ergänzende spezifische Wirkung dann besser entfalten.

Und wenn diese auch erst am Ende der ersten Unterweisung in den Übungen gelehrt wird, dann heißt das ja noch lange nicht, dass man dann schon mit dem Fan Teng Gong „fertig“ wäre. Im Gegenteil: Dann fängt eine neue Etappe des Übens dieser wunderbaren Übungen an! Neue und tiefere Erfahrungen des Qi bei 1-2x täglich im Stehen plus 1x täglich im Sitzen!

Je besser es gelingt, sein Üben nach und nach auf diese Weise auf- und auszubauen, desto bessere Ergebnisse wird man langfristig erzielen. – Übrigens: die Sitzmeditation sollte mindestens 20-30 Minuten lang praktiziert werden, um gute Ergebnisse hervorbringen zu können.

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Das Fan Teng Gong ist Teil des umfangreichen Lehrsystems der Dao Yuan Schule für Qigong.

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¹ Diese „Krankheitsreaktionen“ kann man, äußerlich betrachtet, manchmal nicht von realen Erkrankungen unterscheiden. Ärztliche Untersuchungen führen in solchen Fällen jedoch nicht selten zu Ergebnissen, die überhaupt nicht mit dem äußeren Bild zusammenzupassen scheinen. Dies bezieht sich unserer Erfahrung nach sowohl auf Diagnosen der westlichen Medizin als auch auf die der TCM: eine „Krankheitsreaktion“ ist keine Krankheit, sondern ein vorübergehender Teil eines den „Selbstheilungskräften“ zuzuschreibenden Regulierungsprozesses. Typisch für diese Reaktionen ist oftmals auch der fast unglaublich schnelle Wechsel von „schwerstkrank“  zu „pumperlgesund“.

Was ist traditionelles Qigong?

Die in der obigen Überschrift aufgeworfene Frage ist komplex.

Ich hatte versucht, durch das Zitat einer Fundstelle im Internet einen etwas polemischen Einstieg in ihre Bearbeitung zu finden.

Dort heißt es sinngemäß, „ein Professor habe ein traditionelles Qigong selbst entwickelt.“ Dies ist offensichtlich eine Contradictio in Adjecto, ein „Schwarzer Schimmel“.

Aber meine vorherigen Bemerkungen zu dieser Sache gefallen mir nun nicht mehr und ich habe sie wieder gelöscht.

Das Thema bleibt weiterhin aktuell.

 

„Dieses komische Qi“

Der Freund eines Kursteilnehmers riet mir, auf unseren Webseiten doch nicht immer von „diesem Qi“ zu reden bzw. zu schreiben. Ich war etwas irritiert, denn das, womit wir im Qi-Gong arbeiten, das heißt im Chinesischen schließlich „Qi“.

Aber „Qi“, das höre sich so wischi-waschi an, so unseriös, das sei einfach ein problematischer Begriff, das könne man in den Medien doch immer wieder mitbekommen; vielleicht könnte ich „das“ doch einfach „Lebensenergie“ oder „Lebenskraft“ nennen, das seien doch auch gebräuchliche Begriffe und im deutschen Sprachraum eher akzeptiert!?

Hm, das geht leider nicht: im Vergleich zu „Qi“ erscheinen mir eher „Lebensenergie“ und „Lebenskraft“ als ziemlich unklare Bezeichnungen für das Gemeinte. „Qi“ beschreibt eine „Energie-Materie“, aus der alles Existierende zusammen gesetzt ist und die man – entsprechend deren eigener Theorie – in der chinesischen Medizin und im Qigong auf verschiedene Weisen beeinflussen (entwickeln, verfeinern, kräftigen) kann.

Unser westlicher Verstand ist hier eher skeptisch – und das ist auch gut so. Man sollte versuchen, sich nie ein X für ein U weismachen zu lassen. Im sichtbaren Bereich ebenso wenig wie im unsichtbaren. Und mit dem Qigong sind wir teilweise im unsichtbaren Bereich … .

Die alten chinesischen Theorien sind anders als unsere modernen westlichen Theorien; die Dao Yuan Schule betrachtet es als ihre Aufgabe, jene im Zusammenhang traditioneller chinesischen Qigongformen wie Fan Teng Gong, Nei Jing Gong usw. in ihren Tiefen praktisch erfahrbar und theoretisch erfassbar werden zu lassen. Darum bleiben wir weiterhin beim „Qi“. Dieser nicht übersetzte Begriff ist auch im Zusammenhang der chinesischen Medizin gebräuchlich. – Wer mag, kann es anders nennen, nichts spricht dagegen.

Fan Teng Gong, Energiefeld, Sonne&Mond: eine bewährte Kombination

Das traditionelle chinesische Qigong hat immer nach möglichst starken möglichen Ergebnissen gesucht (und tut dies noch immer).

Historisch wurden diese Übungen in der Regel nur unter vier Augen, also unmittelbar vom Meister zum Schüler weiter gegeben. Dabei hat der Meister seinem Schüler nicht nur technische Einzelheiten von Übungsabläufen vermittelt, sondern ihn gleichzeitig mit Qi- und Informations-Übertragungen unterstützt.

In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurde das traditionelle chinesische Qigong auch in der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Um die Unterstützung der Schüler auch im modernen Gruppenunterricht zu gewährleisten und diesen gute und schnelle Fortschritte zu ermöglichen, boten manche Meister parallel zur Instruktion in den Übungen auch Energiefelder an – Lu Xuezhi und Guo Bingsen waren nur einige von ihnen.

Großmeister Guo Bingsen hat dies dann auch in Europa in Form von in der Regel 5-tägigen Kursen weitergeführt. Edith Guba, seine Nachfolgerin, bietet nun zusätzlich verkürzte Energiefelder parallel zu Fan Teng Gong – und Nei Jing Gong Kursen an, damit es auch modernen, zeitknappen Menschen möglich wird, einmal in diese Arbeit hineinzuschnuppern.

Eine weitere Möglichkeit, die Ergebnisse (nicht nur) von Fan Teng Gong und Nei Jing Gong zu vertiefen, sind die Übungen zur Aufnahme der Energie von Sonne und Mond. Diese wurden in China früher in der Regel nur an fortgeschrittene Meisterschüler weiter gegeben; aufgrund ihres großen Potentials für die Übenden hat Meister Guo Bingsen sie bereits für den Unterricht von nur erst leicht fortgeschrittenen Schülern geöffnet.

Weitere Infos finden Sie im Kalender der Dao Yuan Schule und auf von dort verlinkten Seiten.

Fan Teng Gong in der Schwangerschaft

Das Fan Teng Gong kennt seit Jahrhunderten tradierte Ratschläge für die Übenden, die beherzigt werden sollten. Einer dieser Ratschläge gilt für schwangere Frauen:

Nach den ersten drei Schwangerschaftsmonaten soll frau kein Fan Teng Gong mehr üben. Sechs Wochen nach der Entbindung kann sie wieder damit beginnen.

Warum?

Die ersten drei Monate sind die kritische Phase der Schwangerschaft. Hier gilt das Prinzip „Alles oder Nichts“: Embryonen, die nicht überlebensfähig sind, werden abgestoßen; Embyonen, die überlebensfähig sind, bleiben. Zu diesem Thema erhalten Sie vertiefende Informationen von Hebammen, Heilpraktiker- und ÄrztInnen.

Nach dem Ende des dritten Monats soll kein Fan Teng Gong mehr geübt werden, da ab dem vierten Monat äußere Einwirkungen zu einem Abort führen können. Im Fan Teng Gong können einerseits die nach unten drückende stehende Position und andererseits unvorhergesehene Reaktionen des Körpers auf die verstärkte Zirkulation des Qi in dieser Hinsicht eine Gefahr für das Ungeborene darstellen. Außerdem werden durch einige Handhaltungen des Fan Teng Gong Punkte stimuliert, die in der Schwangerschaft für Behandlungen z.B. mit Akupunktur, Akupressur oder Gua Sha Fa kontraindiziert sind. Dies deswegen, da sie in der Geburtseinleitung von Bedeutung sind und Wehen auslösen können. – Es verbietet sich in der Schwangerschaft also auch die Idee, Fan Teng Gong im Sitzen zu praktizieren.

Sechs Wochen nach der Entbindung kann frau wieder ins Üben einsteigen: dann ist der Wochenfluss in der Regel versiegt. Würde bereits in dieser Phase wieder mit dem Fan Teng Gong begonnen, kann sich die Blutung verstärken: neben dem Blutverlust wäre das ebenfalls ein stärkerer Qiverlust.

  • Ja, und dann darf man wieder üben: aber das Kind „erlaubt“ es nicht. Tipp: Kinder gewöhnen sich an vieles. Besonders gerne, wenn es ihnen gut tut. Wenn Sie nach der Entbindung weiter üben wollen: schaffen Sie eine Übergangsphase und bald ist es für Ihr Kind ganz normal! Sobald es krabbeln kann, wird es sich zu Ihren Übungszeiten vielleicht sogar am liebsten direkt Ihnen zu Füßen aufhalten: dort ist nämlich viel Qi – und das merken Kinder, das mögen sie.

Schmerz-Kälte-Wärme

Wie Fan Teng Gong schon im Verlauf des ersten Kurswochenendes wirken kann.

Qi-Gong bedeutet „Arbeit mit Qi“. Qi kann man nicht sehen, jedoch kann man es spüren – und zwar bereits in den ersten Minuten des Übens, zum Beispiel des Fan Teng Gong.

Die ersten Zeichen der durch das Üben verstärkten Qi-Zirkulation sind: Empfindungen von Wärme, von Kühle oder auch von Kälte, Kribbeln in den Händen, leichtes oder auch stärkeres Anschwellen der Hände. Später können beim Üben verschiedene andere Sensationen hinzu kommen.

Auch die ersten Ergebnisse des Qigong zeigen sich oft schon sehr bald.

So auch im Fan Teng Gong Kurs des vergangenen Wochenendes:

Nach etwa sieben Minuten des Stehens hatte ein neuer Teilnehmer starke Kälteempfindungen im Ring- und im kleinen Finger der einen Hand. Diese Kälte war auch bei Berührung deutlich spürbar.

Ich erklärte ihm, dass in den kleinen Fingern die Herz- und die Dünndarmmeridiane verlaufen, in den Ringfingern die Meridiane des Dreifachen Erwärmers, die – wie Herz- und Dünndarmmeridiane – zum Feuerelement gehören. Offensichtlich würde aus diesen Meridianen etwas ausgeleitet. – Prompt kam sein Kommentar, kurz und bündig: „Stimmt genau!“

Nach Abschluss des Übens hielt diese Kälte eine Zeit lang an, um beim nächsten Üben wieder stärker zu werden und schließlich ganz zu verschwinden, zu verschwinden zugunsten einer wohligen Wärme.

Ein anderer Teilnehmer dieses Fan Teng Gong-Kurses empfand schon nach kurzem Üben deutliche Schmerzen im Rücken. Diese wurden abgelöst von Wahrnehmungen der Kälte, die sich mit Wärmewahrnehmungen abwechselten, bis auch hier zu guter Letzt nur die Wärmeempfindungen übrig blieben und die Schmerzen verschwunden waren.

Derartige Phänomene sind sehr individuell, mit der Theorie des Qigong jedoch erklärbar und von vorübergehender Natur. Man nennt sie Qigong-Reaktionen. Obwohl es sich bei diesen Phänomenen nicht um Erkrankungen, sondern um Anzeichen vorübergehender Regulationsprozesse handelt, sollte man sie von seinem Arzt abklären lassen.

Fan Teng Gong und Schwitzen – Ein kurzer Erfahrungsbericht

Schweißperlen im Bereich von Lungen- und Dickdarmmeridian beim Üben des Dao Yuan Fan Teng Gong

Schweißperlen im Bereich des Dickdarm- und des Lungenmeridians beim Üben des Dao Yuan Fan Teng Gong, zweites Bild

Vor 7 Jahren fing ich mit dem Fan Teng Gong an und seit nunmehr 1,5 Jahren übe ich zusätzlich Nei Jing Gong 1.

Von Anfang an habe ich viel geschwitzt. Teilweise nur an den Unterarmen und im Brustbereich, teilweise am ganzen Körper, sodass ich oft auf einem Handtuch stehen musste, um nicht in einer Schweißpfütze zu stehen.

Die Raumtemperatur spielte dabei eine weniger große Rolle, als man vermuten würde.

Nach und nach beobachtete ich, dass die unterschiedlichen Übungen des Fan Teng Gong sich bei mir verschieden auf das Schwitzen auswirkten. Die Lokalisation und das Gefühl dabei sind nicht immer gleich.

Es kommt vor, dass sich Schweißperlen nur an vereinzelten Stellen bilden: rund ums Knie, auf der Stirn, auf der Oberseite der Finger oder am Unterarm.

Möglicherweise steht das im Zusammenhang mit den Meridianen, die in diesen Bereichen verlaufen.

Nach Beendigung der Übungen stoppt das Schwitzen sofort und interessanterweise riecht dieser Schweiß überhaupt nicht und hinterlässt auch kein klebriges Hautgefühl. Der Unterschied zum Schwitzen bei körperlicher Anstrengung oder aufgrund zu hoher Temperaturen ist enorm und sehr deutlich.

Am unglaublichsten aber empfinde ich das Phänomen, dass sich oft die Hände und Unterarme so kalt anfühlen, als hielte ich sie in einen Kühlschrank – und gleichzeitig sind sie mit Schweißperlen übersät.

Mittlerweile bin ich mir fast sicher, dass es sich bei diesen Phänomenen um gesunde Ausleitungsprozesse handelt, die offensichtlich durch die Übungen des Fan Teng Gong und auch des Nei Jing Gong 1 ausgelöst werden können.

Der Autor dieses Erfahrungsberichtes ist Schüler der Dao Yuan Schule für Qigong und konsultiert Ärzte und Heilpraktiker.

Fan Teng Gong im Kontext

Fan Teng Gong ist ein traditionelles Qigong und aus dessen Kontext heraus zu verstehen.

Als erste Stufe eines umfangreicheren Übungssystems soll es zunächst die Gesundheit der Übenden stabilisieren und dadurch zur Lebensverlängerung beitragen.

Eine Daoistin, die wir zufällig in China kennen gelernt hatten, formulierte den Zusammenhang einmal so:

„Fortgeschrittene Methoden des Qigong brauchen lange, bis sie ihre möglichen Ergebnisse entwickeln. Gute Gesundheit und ein langes Leben sind eine Voraussetzung, um sie zu erreichen.“

Wird der in der Öffentlichkeit bekannte Teil des Fan Teng Gong korrekt gelehrt und geübt, kann es dazu beitragen, diese Basis zu legen.

Unter dem Titel „Einige Aspekte des Qigong“ finden Sie einen Artikel von Edith Guba zum Kontext des Fan Teng Gong, der im September 2016 in leicht veränderter Form in der Zeitschrift Naturheilpraxis erschien. Er stellt das Fan Teng Gong in einen größeren Zusammenhang und handelt auch von darüber hinausgehenden Möglichkeiten des traditionellen Qigong.