Kühles Qi | Thermografie

Die Fähigkeit, Yin-Qi auszusenden, ist nicht so einfach zu erreichen. Dennoch kann sie hilfreich sein, zum Beispiel bei Verbrennungen oder bei manchen Hitzeerkrankungen. Meister Guo Bingsen hat erzählt, im chinesischen Daoismus gäbe es Übungen zum Austausch von Qi mit Schlangen. Auf diese Weise könne man das kühle Qi von Schlangen aufnehmen und später im Bedarfsfall aussenden.

Im Nei Jing Gong üben wir nicht mit Schlangen. Wir haben Übungen, um das beim Aussenden normalerweise warme Qi in kühles Qi zu verwandeln. Wie das funktioniert, wissen wir nicht. Wir müssen nicht einmal wissen, in welchen Situationen der Empfänger kühles Qi braucht: die Umwandlung des warmen in kühles Qi geschieht von alleine, je nach dem, was der Empfänger benötigt. Das ist sehr einfach. Bei Verbrennungen sehen wir natürlich, dass das Verbrennungen sind. Wenn wir Qi darauf aussenden, empfinden die Empfänger Kühle. Es entwickeln sich keine Brandblasen, es entsteht kein Schmerz. Manchmal bleiben leichte Rötungen, die bald zurückgehen. – Dies allerdings nur, wenn man unmittelbar Zeuge eines derartigen Unfalls war und auch unmittelbar aktiv werden konnte. (Einmal hatte ich mir selber aus Versehen heißes Wasser über die Füße gegossen. Ich sendete Qi darauf aus, der Schmerz ließ nach. Eine kleine Ecke tat noch etwas weh, das beachtete ich nicht weiter. Am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass die kleine Ecke eine dicke Brandblase hatte. Dort, wo am Vortag der Schmerz am stärksten war, war nichts mehr zu sehen. Die kleine Ecke, die ich vernachlässigt hatte, schmerzte. Bis heute habe ich dort eine Narbe. – Man sollte also besser gründlich arbeiten. …)

Also: Unser Nei Jing Gong – Qi ist einfach in der Anwendung, man muss nicht dabei nachdenken, man muss es nicht durch Vorstellungslenkung initialisieren. Wenn man daran aber gewöhnt ist, dann ist es gar nicht so einfach, sich auf einmal dann doch begleitend etwas vorzustellen. – Qi folgt der Vorstellung. Diese Eigenschaft des Qi wird im Nei Jing Gong nicht benötigt. Dadurch wird erreicht, dass man sich beim Aussenden nicht gedanklich konzentrieren muss und dadurch Ergebnisse „entsprechend dem ‚Wu Wei‘ (dem ‚Nicht-Tun‘), entsprechend der Natur“ eintreten können. Vielleicht könnte man auch sagen: entsprechend der Biointelligenz interagierender Systeme.

Will man aber kühles Qi aussenden, ohne dass das Qi eines Empfängers dem Qi des Senders „Kühle!“ signalisiert – dann muss man sich das vorstellen. Ich dachte also beim Aussenden diesmal mehrere Male kurz daran, kühles Qi hervorbringen zu wollen.

Hier die Ergebnisse meines ersten Versuchs, das Aussenden von kühlem Qi ohne Empfänger durch Vorstellung zu generieren:

Reihe 1, kühles Qi:
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K1 - Das erste Bild dieser Reihe wurde vor Beginn des Aussendens um 12:22h aufgenommen. Es zeigt eine Temperaturdifferenz von 6,2°C zwischen 25,9°C und 19,7°C auf und über dem Korkboden, der als Hintergrund dient.
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Eventuell hat diese Art der Vorstellung sogar funktioniert, zumindest sind die Ergebnisse erkenntlich anders als beim üblichen Aussenden warmen Qis: zunächst steigen beide Werte an, sozusagen auf „Arbeitstemperatur“, (die Temperatur der Hand steigt hierbei etwas stärker als die ihres Umfelds), um dann etwa gleichmäßig tendenziell abzunehmen.

Qi kann kühl sein oder es kann warm sein. Es beinhaltet aber auch immer noch andere Elemente. Die Qualität des ausgesendeten Qis entwickelt sich je nach den Übungen, die man praktiziert, um diese Fähigkeit zu erlangen. – Je nach den Übungen, je nach der Qualität des eigenen Übens, je nach den Übertragungen des Meisters.

Verbrennungen sollen nicht ’schockgefrostet‘ werden, der Eisbeutel ist in solchen Fällen tabu; empfohlen wird bei leichten Verbrennungen stattdessen lauwarmes Wasser. – Gleiches gilt für das Qi: soll es Verbrennungen oder Hitzeerkrankungen behandeln, dann darf es natürlich nicht eiskalt sein. Das ist es auch nicht, denn das im Nei Jing Gong entwickelte kühle Qi passt sich der Situation des Empfängers an: die Biointelligenz von Sender und Empfänger kooperiert, selbst wenn der Empfänger bewusstlos sein sollte.

Nachdrücklich sei darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um eine Fähigkeit handelt, die sich im Nei Jing Gong entwickeln kann – bei Schülern, die regelmäßig täglich 1-2 Mal ca. 30-60 Minuten lang praktizieren. Ohne die entsprechenden Übungen, ohne gutes eigenes Üben und ohne Übertragungen durch den Meister entwickelt sich diese Fähigkeit nicht.

Rufen Sie bei schweren Verbrennungen trotzdem sofort den Notarzt an oder fahren sie den Patienten selber dorthin!

Bei leichten und mittleren Verbrennungen gilt: Wenn die Kühle-Anwendung des Nei Jing Gong bis zum Eintreffen des Arztes nicht schon geholfen hat, dann haben Sie nicht gut geübt.

Reihe 2, kühles Qi:
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L1 - 07.07.2018, 16:52 Uhr: 24,8°C und 18,6°C, Temperaturdifferenz 6,2°C.
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Reihe 3, kühles Qi:
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M1 - Das erste Bild dieser Reihe wurde vor Beginn des Aussendens um 16:31h am 07.07.2018 aufgenommen. Es zeigt eine Temperaturdifferenz von 8,0°C zwischen 27,9°C und 21,9°C . Anmerkung: Kurz bevor ich begonnen habe, diese Serie aufzunehmen, war ich im Raum herumgelaufen und habe dabei überall Spuren hinterlassen. - Immerhin eine Gelegenheit, nebenbei zu beobachten, wie diese Fußspur im Fortgang der Aufnahmen langsam verbleicht. - Die für den Anfang hohe Temperaturdifferenz hängt ermutlich mit dem noch abstrahlenden Fußabdruck zusammen.
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(Das Datum war der 07.07.2018):

Reihe 4, kühles Qi:
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O1 - 08.07.2018, 21:58 Uhr: Temperaturdifferenz 13,7°C zwischen 36,9°C und 23,2°C.
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