Wärmebilder beim Gua Sha Fa / Thermografien

Hier demonstriert eine Absolventin des Nei Jing Gong 3 eine Gua Sha Fa Behandlung¹:
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FLIR0919
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Festzuhalten ist, dass die niedrigste Umgebungstemperatur sich zunächst relativ konstant zwischen 19,5°C und 19,8°C bewegt und nach etwa 5 Minuten mäßig in den Bereich von über 20°C ansteigt. Die wärmsten Temperaturen steigen etwas schneller (nach ca. 4 Minuten) von anfangs 34,5°C in den Bereich zwischen 35,3°C und 36,4°C. Diese höchsten Temperaturen befinden sich im Bereich der Hand der Behandlerin; sie drücken die aktivierte „Sendungsbereitschaft“ einer Hand aus.
Insgesamt dauerte die Sitzung ca. 10 Minuten.
Ganz besonderes Augenmerk verlangen die wechselnden Farben des Schabers: Immer dann, wenn die behandelte Person artikulierte, sie habe das Empfinden, kühles Qi werde durch das Schaben ausgeleitet – immer dann kühlte die Temperatur des Schabers real ab (die drückt sich in der kühleren, grünen Farbe aus). Diese Kühle griff jedoch nicht auf die behandelnde Hand über. Doch dort, wo „geschabt“ wurde, sieht man manchmal helle Streifen, Streifen fast so hell wie die behandelnde Hand: warmes Qi wurde ausgesendet und zeigt sich in Form von Erwärmungen auf dem Rücken. (Weiß bildet höhere Temperaturen ab als rot.)
Meister Guo Bingsen hat das Gua Sha Fa an der Dao Yuan Schule gelehrt, um seinen Qigong-Schülern eine Methode an die Hand zu geben, die sie weitgehend davor bewahrt, beim Behandeln verbrauchtes Qi aufzunehmen. Tatsächlich wird der Schaber grün, die Hand bleibt unversehrt.
So kann sie den an der Dao Yuan Schule ausgebildeten Lehrern für Fan Teng Gong eine Hilfe sein, um Reaktionen bei ihren Schülern abzumildern und jenen dadurch schnellere Frtschritte im Fan Teng Gong zu ermöglichen. – In derartigen Fällen wird jedoch in der Regel auf der Bekleidung, nicht auf der Haut „geschabt“.
Es entspricht der Erfahrung der Therapeuten unter den Schülern der Dao Yuan Schule, welche diese Methode häufiger im medizinischen Sinne verwenden, dass der Schaber sich nach der Behandlung von Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oftmals kalt anfühlt. Die eigenen Hände der Behandler werden hingegen nicht kalt: dies hängt einerseits mit dem starken Abwehr-Qi zusammen, das man im Nei Jing Gong entwickeln kann, zum zweiten aber auch mit dieser alten, oft unterschätzten Methode, dem Gua Sha Fa.
Die fast vollständige Gleichzeitigkeit des Auftretens eines Kühlegefühls der behandelten Person und der Grünverfärbung des Schabers sollte – systematisch untersucht – auch wissenschaflichen Standards genügen. („Fast vollständige Gleichzeitigkeit des Kühlegefühls und der Grünverfärbung des Schabers“: Manchmal zeigte sich die Grünverfärbung kurz bevor die Behandelte das Kühlegefühl artikulierte. Das Messinstrument war in diesen Fällen offensichtlich manchmal schneller, als die reflektierte Wahrnehmung.)
Für wissenschaftlichen Standards genügende Untersuchungen müssten sicherlich noch viele weitere Parameter berücksichtigt werden. Doch scheint uns bereits aus unseren eher zufällig durchgeführten, bisher nur wenigen Messungen deutlich hervorzugehen, dass „Qi“ eine reale Sache ist, nicht nur ein Gedankengebilde.
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¹ Gua Sha Fa ist eine in Asien weit verbreitet, aus China stammende Form der Massage, deren Ursprünge bis in die Steinzeit zurück gehen sollen. Im Rahmen der Entwicklung dieser Methode wurden die ursprünglichen „Nadeln aus Stein“ verbreitert und handlicher gemacht, bis schließlich die derzeit immer noch verwendete Form des „Schabers“ entstand. Diese Methode kann von Laien als Wohlfühlmassage bei Gesunden angewendet werden; für Mediziner und Heilpraktiker hätte sie vermutlich das Potential, sich zu einer Lieblingsmethode zu entwickeln.  Mehr zum Hintergrund der Methode des Gua Sha finden Sie auf der korrespondierenden Seite der Dao Yuan Schule für Qigong.