Wichtig zu wissen

Auf den Seiten zum Zhan Zhuang und zur Abschlussübung des Fan Teng Gong finden Sie neben allgemeinen Erläuterungen auch Darstellungen von Übungen. Für alle dieser Seiten gilt folgender Hinweis:

„Bitte beachten Sie, dass man traditionelle Übungen des Nei Gong – und darum handelt es sich beim Fan Teng Gong – nach Auffassung der Dao Yuan Schule nicht aus Büchern, Videos oder von Webseiten usw. erlernen sollte. Wir denken: man braucht einen Lehrer. Die Darstellung von Übungen auf diesen Seiten ist vor allem als Erinnerungsstütze für Schüler der Dao Yuan Schule und als Anschauungsmaterial für Personen gedacht, die bereits im Stehen praktizieren.

Schwangere ab dem dritten Monat und Personen mit Herzschrittmacher dürfen Qigong-Übungen im Stehen nicht praktizieren. Die Dao Yuan Schule weist jegliche Verantwortung für eventuell auftretende Probleme zurück, wenn dieser Hinweis nicht beachtet wird.“

So schreiben wir es regelmäßig in jeden Beitrag auf diesen Seiten, der konkrete Übungsabfolgen behandelt. Hier finden sie die Erklärung:

während einfache Qigongübungen in Bewegung in der Regel keine Probleme auslösen können, wenn man versucht, sie aus Büchern, nach Fotos oder Videos zu erlernen, so verhält es sich bei den inneren Übungen (Nei Gong) der chinesischen Überlieferung anders.

Im Nei Gong – also auch im Fan Teng Gong – werden entsprechend der jeweiligen Übung entweder durch Vorstellungslenkung oder durch minimale äußere Bewegungen Zirkulationen angeregt, deren Auswirkungen man zwar bald spüren, deren Mechanismus man aber – auch bei regelmäßigem Üben – recht lange nicht versteht.

Greift man in diesen Mechanismus ein, versucht also entweder die Übung zu verändern oder praktiziert man sie aus Unkenntnis fehlerhaft, kann man energetische Probleme bekommen. Bei Anfängern halten sich diese normalerweise im Rahmen, sie verschwinden nach einiger Zeit von alleine.

Werden stärkere, fortgeschrittene Übungen falsch praktiziert, so kann dies auch zu stärkeren Problemen führen.

In beiden Fällen sollte ein Lehrer wissen, wie er damit umgeht, wie er dies Probleme lösen kann. Darum erteilt die Dao Yuan Schule die Unterrichtserlaubnis für Fan Teng Gong erst dann, wenn durch die Praxis des Nei Jing Gong-1 und 2 ein höheres Niveau erreicht wurde, als es mit dem Fan Teng Gong möglich ist.

Werden innere Übungen von Anfang an falsch einstudiert, so tut man die ersten der Schritte, die eine meilenweite Reise beginnen können, in die falsche Richtung. Ist man in die falsche Richtung gegangen, muss man wieder umkehren und die Reise von vorne beginnen.

Zustand der Welt

Der Spiegel schrieb am Mittwoch, den 16.01.2019 um 12:00 Uhr:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/weltwirtschaftsforum-warnt-vor-risiken-und-spaltung-a-1248296.html

Lao Zi schrieb vor vielleicht 2500 Jahren:

53. kapitel

wenn ich ein bisschen was wüsste,

ich folgte dem großen dao.

ich hätte nur angst, davon abzuweichen.

das große dao ist einig und weit,

aber die menschen lieben die abwege.

der kaiserliche hof sehr exklusiv,

die felder sehr überwuchert,

die speicher sehr leer,

die kleider bunt geschmückt.

man trägt scharfe schwerter,

man ist übersättigt von speise und trank,

wohlstand und geld gibt es im überfluss.

es ist wie bei räubern und protzern.

das ist nicht das dao, leider.

Lao Zi schrieb aber auch:

37. kapitel

das dao weilt immer im nicht-tun,

doch kann es alles erreichen.

wenn edle und könige es zu wahren wissen,

so verändern sich alle wesen aus sich selber.

zeigen sich begierden

im verlauf der verwandlung,

sollte die namenlose einfalt sie zur ruhe bringen.

die namenlose einfalt erzeugt kein verlangen.

ohne verlangen ist stille.

die welt kommt von alleine ins lot.

 

Übersetzung aus dem Chinesischen ins Französische und Deutsche von Guo Bingsen und Edith Guba.

Qi aussenden auf eine Kugel / Thermografien

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Hier habe ich versuchsweise einmal Qi aus einer Entfernung von ca. 3m auf eine Kugel ausgesendet. (Edelstahl, 4cm Durchmesser)
Ihre Erwärmung um ca. 5-6°C geschah innerhalb von ca. 1 min; nach dem Ende des Sendens kühlte sie innerhalb von ca. 4-5 min wieder ab.
Im Fan Teng Gong und in anderen Qigongformen entwickelt sich diese Qi-induzierte Wärme auf biologisch verträgliche Weise im eigenen Körper. Nei Jing Gong entwickelt in jahrelangem, mitunter auch etwas anstrengendem Üben all seiner Stufen darüber hinaus die Fähigkeit, Qi mit spezifischen Eigenschaften auszusenden. Die Wirkungen von ausgesendetem Qi lassen sich an einfachen Materialien besser dokumentieren als an komplexen Lebewesen.

Medizinisches Qigong, Yangsheng Gong, daoistisches Qigong

Zur Verortung von Fan Teng Gong und Nei Jing Gong

Im 2010 auf Englisch und vorher schon in China erschienen Buch Chinese Medical Qigong findet sich eine bemerkenswerte Passage, die hier sinngemäß und etwas verkürzt wiedergegeben wird:

Die Ziele des daoistischen Qigong unterscheiden sich von denen des medizinischen Qigong.

Im medizinischen Qigong geht es darum, seine Gesundheit zu erhalten und Erkrankungen vorzubeugen, indem man Jing, Qi und Shen in ihrer postnatalen Erscheinung nährt und verfeinert. Diese Art des Übens wurde biologische Regulierung genannt, denn sie folgt dem natürlichen Ablauf des menschlichen Lebens.

Im Daoismus jedoch soll dieser natürliche postnatalen Verlauf umgekehrt werden, so dass die Übenden zum ursprünglichen vorgeburtlichen Sein zurückkehren und das Dao verwirklichen. 1

Das Ziel des Buches, aus dem diese Passage stammt, ist es, Übungen aus dem Yangsheng Gong in ihren therapeutischen Einsatzbereichen und in ihrem Gesamtkontext darzustellen:

Yangsheng Gong pflegt die Gesundheit und versucht dabei – ebenso wie das chinesische medizinische Qigong – dem menschlichen Leben optimale Verhaltensweisen zu fördern.

Im klassischen chinesischen Qigong ist die Entwicklung umfassender Gesundheit ebenso von Bedeutung, jedoch mit dem Ziel, eine stabile Basis für weitere Entwicklungen auf dem Weg des Qigong zu ermöglichen.

Hierfür muss das vorhandene biologische Qi nicht nur reguliert, sondern auch vermehrt und transformiert werden – ebenso wie Jing und Shen.

Beiden gemeinsam ist der Versuch, ein einfaches, natürliches Leben zu realisieren. Einmal, um dieses dadurch lange zu erhalten und zum anderen, um all die kostbaren Ressourcen, die das Leben uns mitgegeben hat, zu schonen und nicht zu verlieren, denn sie werden für dem Menschen mögliche Weiterentwicklung benötigt.

Beim Fan Teng Gong handelt es sich ebenso wie beim Nei Jing Gong um klassisches chinesisches Qigong, nicht um chinesisches medizinisches Qigong.

1Liu, Chinese Medical Qigong, ISBN 978-1-84819-096-2, S. 58f.

Wärmebilder beim Gua Sha Fa / Thermografien

Hier demonstriert eine Absolventin des Nei Jing Gong 3 eine Gua Sha Fa Behandlung¹:
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Festzuhalten ist, dass die niedrigste Umgebungstemperatur sich zunächst relativ konstant zwischen 19,5°C und 19,8°C bewegt und nach etwa 5 Minuten mäßig in den Bereich von über 20°C ansteigt. Die wärmsten Temperaturen steigen etwas schneller (nach ca. 4 Minuten) von anfangs 34,5°C in den Bereich zwischen 35,3°C und 36,4°C. Diese höchsten Temperaturen befinden sich im Bereich der Hand der Behandlerin; sie drücken die aktivierte „Sendungsbereitschaft“ einer Hand aus.
Insgesamt dauerte die Sitzung ca. 10 Minuten.
Ganz besonderes Augenmerk verlangen die wechselnden Farben des Schabers: Immer dann, wenn die behandelte Person artikulierte, sie habe das Empfinden, kühles Qi werde durch das Schaben ausgeleitet – immer dann kühlte die Temperatur des Schabers real ab (die drückt sich in der kühleren, grünen Farbe aus). Diese Kühle griff jedoch nicht auf die behandelnde Hand über. Doch dort, wo „geschabt“ wurde, sieht man manchmal helle Streifen, Streifen fast so hell wie die behandelnde Hand: warmes Qi wurde ausgesendet und zeigt sich in Form von Erwärmungen auf dem Rücken. (Weiß bildet höhere Temperaturen ab als rot.)
Meister Guo Bingsen hat das Gua Sha Fa an der Dao Yuan Schule gelehrt, um seinen Qigong-Schülern eine Methode an die Hand zu geben, die sie weitgehend davor bewahrt, beim Behandeln verbrauchtes Qi aufzunehmen. Tatsächlich wird der Schaber grün, die Hand bleibt unversehrt.
So kann sie den an der Dao Yuan Schule ausgebildeten Lehrern für Fan Teng Gong eine Hilfe sein, um Reaktionen bei ihren Schülern abzumildern und jenen dadurch schnellere Frtschritte im Fan Teng Gong zu ermöglichen. – In derartigen Fällen wird jedoch in der Regel auf der Bekleidung, nicht auf der Haut „geschabt“.
Es entspricht der Erfahrung der Therapeuten unter den Schülern der Dao Yuan Schule, welche diese Methode häufiger im medizinischen Sinne verwenden, dass der Schaber sich nach der Behandlung von Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oftmals kalt anfühlt. Die eigenen Hände der Behandler werden hingegen nicht kalt: dies hängt einerseits mit dem starken Abwehr-Qi zusammen, das man im Nei Jing Gong entwickeln kann, zum zweiten aber auch mit dieser alten, oft unterschätzten Methode, dem Gua Sha Fa.
Die fast vollständige Gleichzeitigkeit des Auftretens eines Kühlegefühls der behandelten Person und der Grünverfärbung des Schabers sollte – systematisch untersucht – auch wissenschaflichen Standards genügen. („Fast vollständige Gleichzeitigkeit des Kühlegefühls und der Grünverfärbung des Schabers“: Manchmal zeigte sich die Grünverfärbung kurz bevor die Behandelte das Kühlegefühl artikulierte. Das Messinstrument war in diesen Fällen offensichtlich manchmal schneller, als die reflektierte Wahrnehmung.)
Für wissenschaftlichen Standards genügende Untersuchungen müssten sicherlich noch viele weitere Parameter berücksichtigt werden. Doch scheint uns bereits aus unseren eher zufällig durchgeführten, bisher nur wenigen Messungen deutlich hervorzugehen, dass „Qi“ eine reale Sache ist, nicht nur ein Gedankengebilde.
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¹ Gua Sha Fa ist eine in Asien weit verbreitet, aus China stammende Form der Massage, deren Ursprünge bis in die Steinzeit zurück gehen sollen. Im Rahmen der Entwicklung dieser Methode wurden die ursprünglichen „Nadeln aus Stein“ verbreitert und handlicher gemacht, bis schließlich die derzeit immer noch verwendete Form des „Schabers“ entstand. Diese Methode kann von Laien als Wohlfühlmassage bei Gesunden angewendet werden; für Mediziner und Heilpraktiker hätte sie vermutlich das Potential, sich zu einer Lieblingsmethode zu entwickeln.  Mehr zum Hintergrund der Methode des Gua Sha finden Sie auf der korrespondierenden Seite der Dao Yuan Schule für Qigong.

Qi aussenden auf Füße | Experimentelle Thermografien zum Qigong

Wir haben festgestellt, dass von Absolventen des Nei Jing Gong2 und des Nei Jing Gong3 ausgesendetes Qi Wärmeempfindungen beim Empfänger hervorrufen kann.

Mit einer Thermografiekamera kann man versuchen, eventuell beim Aussenden auftretende Temperaturveränderungen beim Empfänger zu dokumentieren. Derartige Aufnahmen haben wir bereits 2004 mit einer Wärmebildkamera vorgenommen und das Wissen um diesen Sachverhalt ist auch Teil der seit Jahrhunderten und Jahrtausenden überlieferten Theorie des klassischen chinesischen Qigong. Nun tun wir einmal so, als wüssten wir das alles nicht und versuchen, die Aussagekraft von Menschen erdachter Messgeräte über deren eigene Wahrnehmungs- und Kombinationskraft zu stellen.

Zunächst beschränken wir uns auf das Aussenden von Qi auf den Fuß eines Empfängers. – Fuß und Bein sind im Vergleich zum Rumpf relativ „einfache“ Körperteile, Temperaturveränderungen sind dort leicht zu erkennen und relativ gut in Zusammenhang mit dem Aussenden zu bringen.

Hier der erste Sendeversuch: Erwärmung des Fußes um ca 7°C
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Die Temperatur im großen Zeh der Empfängerin hat sich in ca. 5 Minuten um ca. 7°C erhöht. Sie selber empfand jedoch die Erhöhung der Temperatur im Bein als bedeutend deutlicher als jene im Fuß; sie fragte nach der Übertragung sogar, ob das Qi auf das Bein ausgesendet worden sei. Dies war nicht der Fall, die Senderin hatte durchgängig ausschließlich auf den Punkt Leber 3, Taichong (zwischen den Sehnen der großen und der zweiten Zehen, in einer Vertiefung) ausgesendet.

Beim Betrachten fällt auf, dass sich zunächst die kühlste Umgebungstemperatur von 19,5°C um über 1°C erhöht und sich bald in einem Bereich zwischen 20,6°C und 21,2°C bewegt.

Die wärmsten Stellen am Bein erhöhen sich von 33,6°C zu Beginn des Aussendens auf Werte zwischen 33,7°C und 34,3°C in dessen weiterem Verlauf.

Diese Aufnahmen wurden in den Abendstunden zwischen 20:28 Uhr und 20:33 Uhr durchgeführt, eine externe Wärmequelle wurde nicht verwendet.

Zweiter Sendeversuch: Wird hier die Kühle von ausgeleitetem Qi sichtbar?
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Hier ist weniger die Temperaturveränderung des Beines selber interessant, sonder jene um das Bein herum: sehr gut wird erkennbar, dass manchmal um das Bein herum Schwaden von Blau erscheinen, die manchmal sogar in Wölkchenform von innen nach außen zu treten scheinen.
In der Theorie des Qigong würde man dies folgendermaßen interpretieren: Das Bein wird erwärmt, dadurch verstärken sich die Zirkulation von Qi und Blut im Körper. Diese verstärkte Zirkuation von Qi und Blut ist nun imstande,  verbrauchtes (kühles) Qi z.B. über die Poren und über Meridianpunkte nach außen zu leiten.
Dieses Ausleiten von kühlem (verbrauchtem, krankem) Qi können für Qi sensible Personen im Übrigen auch spüren: beim eigenen Üben – und eben auch, wenn man externes Qi erhält und, damit im Zusammenhang stehend, verbrauchtes Qi ausleitet. Dabei finden die Äußerung der Wahrnehmung von Kühle und deren thermografische Sichtbarmachung annähernd zeitgleich statt. – In dieser Hinsicht wären weitere Untersuchungen sicherlich von Interesse für das allgemeine Verständnis von Vorgängen im menschlichen Körper.
Da die zweite Empfängerin an einem Hallux valgus (Ballenzeh) leidet, hat die zweite Senderin in diesem Fall Qi zum Fußballen der Empfängerin hin Qi ausgesendet. Dort befinden sich verschiedene Meridianpunkte. Die Meridiane transportieren entsprechend dem Verständnis der chinesischen Philosophie das Qi im menschlichen Körper von Ort zu Ort, so dass es idealerweise überall gut zirkuliert. Blockiertes, kühles Qi kann diese Zirkulation behindern; darum versucht der Körper – dessen Selbstheilungskraft – , es nach außen zu befördern.
Man könnte vielleicht sagen, dass Qi-Übertragungen die Kraft zur Selbstregulation der Empfänger stärken können. – Obgleich wir hier ja nur ein Bein betrachten. Wenn ein Bein warm wird, hat sich noch nicht alles selbst reguliert, ist der Empfänger noch nicht gesundet. Der Mensch ist ein sehr komplexes Wesen!
Die zweite Empfängerin übt bereits seit Längerem Fan Teng Gong und Nei Jing Gong. Nach den Aussagen ihrer Ärzte hat sich ihr physischer Zusand in dieser Zeit merklich verbessert, auch fühlt sie sich selber deutlich besser als vor mehreren Jahren. – Dennoch gibt es offensichtlich noch immer etwas zum Ausleiten…

 

Dritter Sendeversuch: auch hier verbunden mit der Ausleitung von kühlem Qi
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Auch hier wurde durch die Qi-Übertragung beim Fotografieren offensichtlich eher kühles Qi ausgeleitet, als dass eine nennenswerte Erwärmung stattgefunden hätte. Der Empfänger spürte einen kühlen Wind im Bereich der Füße und auf die Frage, wo er denn am meisten wahrnehme, fasste er sich spontan hinten an die Wade. Genau dort ist auf den Infrarotaufnahmen eine mal stärkere, mal schwächere bläuliche „Ausbuchtung“ zu erkennen, auf dem Bildschirm erschien sie etwas deutlicher als auf den obigen Bildern, wie eine Erhebung über dem Punkt Chengshan-Bl57.
Auf die Wahrnehmung von Kühle – diese wird in der Theorie des Qigong häufig als Ausleitung von kühlem, verbrauchtem oder krankem Qi verstanden – folgen entsprechend auch bei Übenden immer wiederkehrender Erfahrung Wahrnehmungen der Wärme und des Durchströmstseins. Daraus hat sich die Qigong-Theorie entwickelt, dass zunächst eventuell vorhandene Blockaden aufgelöst werden müssen, bevor das Qi frei zirkulieren kann.
Manchmal gehen diese Blockaden bei Übenden des Fan Teng Gong auch mit starken Schmerzen einher.

Hierzu eine kleine Geschichte:

Eine Kursteilnehmerin der Dao Yuan Schule, die eigentlich immer sehr gerne und regelmäßig ihre Fan Teng Gong Übungen praktiziert hatte, wurde auf einmal fast grantig: die Füße taten ihr immerzu weh und ihre Winter-Erkältungen, die sie seit dem Üben überwunden glaubte, waren auch wieder da. Ich erzählte ihr, dass ich vor einigen Jahren auch unter derartige Fußschmerzen gelitten hätte und dass sie ausgerechnet immer dann aufgetreten sind, wenn ich in den Kursen von Meister Guo Bingsen mit den anderen Schülern zusammen Fan Teng Gong üben sollte, damit sie sich die Abläufe gut einprägen. – Fürchterlich! Aber nicht abzuwenden. Irgendwann seien diese Schmerzen dann verschwunden gewesen, wann und wie das vonstatten gegangen war, das wusste ich gar nicht mehr genau. – Schmerzen, die man überwunden hat, vergisst man.
Die gerade von Fußschmerzen betroffene Schülerin sagte „Ach ja?“ – Aber im nächsten Kurs erzählte sie dann von einem Wärmestrom, der beim Üben plötzlich ihr ganzes Bein durchströmt habe – und seit diesem Ereignis seien die Schmerzen verschwunden. – „Ja, bei mir war das ja auch so ähnlich!“ – „Hm, das habe ich Dir aber nicht geglaubt!“ …
Diese Art von Experimenten soll fortgesetzt werden. Wir werden Sie auf diesen Seiten auf dem Laufenden halten!

Geschilderte, möglicherweise mit dem Üben in Verbindung stehende Veränderungen sind einmalige, individuelle Ergebnisse; sie können nicht verallgemeinert werden. – Vielleicht hätten Sie selbst beim Üben ganz andere Ergebnisse.

 

Qigong: Vortrag mit Energiefeld und Übungsbeispielen, 2.9.18 in Braunlage

Am 2. September 2018 hält Edith Guba auf dem Naturheilkundetag Harz in Braunlage einen Vortrag mit Energiefeld und Übungsbeispielen zum Thema: Heilen und geheilt werden – Traditionelles chinesisches Qigong in Theorie und Praxis. Eine Einführung.

Verschiedene Möglichkeiten des klassischen Qigong werden unter dem Motto „Qigong : Perfektion archaischen Heilens?“ anschaulich und erfahrungsnah vorgestellt.

Veranstaltungsort: Kurgastzentrum Braunlage | Dr. Kurt Schröder Promenade 3 | Raum VR3

Zeit: Sonntag, 02.09.2018, 12:00 Uhr

Korrektur: Die pdf-Seite mit der richtigen Raumnummer (VR3 statt VR4) finden Sie hier. Beide Räume befinden sich fast nebeneinander.

 

 

 

Moral

Das Erste, was Meister Guos Meister zu diesem als seinem neuen Schüler sagte, war:

„Willst Du Qigong erlernen, so vergiss nie, anderen immer nur Gutes zu tun, ihnen niemals zu schaden.“

Jahrzehnte später hat Meister Guo das Dao De Jing von Lao Zi neu übersetzt¹. Dessen zweiter Teil, das „De Jing“ – „Das Buch vom De“ („Das Buch vom Ausdruck des Dao in der Welt“¹) beginnt mit diesem Kapitel:

38. kapitel

hohes de weiß nicht vom de – darum hat es de.

niedriges de verliert nicht sein de – darum hat es kein de.

hohes de handelt nicht und kalkuliert nicht,

niedriges de handelt und kalkuliert.

hohes wohlwollen handelt und kalkuliert nicht.

hohe gerechtigkeit handelt und kalkuliert.

hohe riten handeln, doch ohne entsprechung.

in der folge krempelt man die ärmel hoch und drückt sie durch.

also: nach dem verlust des dao

gibt es noch de.

nach dem verlust des de

gibt es noch wohlwollen.

nach dem verlust des wohlwollens

kommt die gerechtigkeit.

nach dem verlust der gerechtigkeit

kommen die rituale.

rituale sind schwach in treue und glauben,

doch sind sie unruhestifter.

intelligente kalküle:

der falsche glanz am dao und beginn

der ignoranz.

einsichtige menschen stützen sich auf solides, nicht auf schwaches.

sie vertrauen dem realen, nicht dem falschen glanz.

sie verwerfen diesen, wählen jenes.

In der französischen Originalübersetzung von Guo Bingsen:

Chapitre 38

L’homme de vertu supérieure ne prétend pas

posséder la vertu, mais il la possède réellement.

L’homme de vertu inférieure déclare ne pas avoir

perdu la vertu, mais il ne la possède pas réellement.

La vertu supérieure n’agit ni ne calcule.

La vertu inférieure agit et calcule.

La bienveillance supérieure agit et ne calcule pas.

La justice supérieure agit et calcule.

Les rites supérieures agissent.

A défaut de réponse, on retrousse ses manches

et les impose.

Après la perte du Dao, vient la vertu.

Après la perte de la vertu, vient la bienveillance.

Après la perte de la bienveillance, vient la justice.

Après la perte de la justice viennent les rites.

Les rites sont l’affaiblissement

de la fidélité et de la confiance et

le commencement du trouble.

Les calculs de l’intelligence

sont la fausse splendeur du Dao et

le commencement de l’ignorance.

L’homme de cœur s’appuie sur le solide et non sur

ce qui est faible.

Il se fie à la réalité, non à la fausse splendeur.

Il rejette celle-ci et adopte celle-là.

Der Daoismus glaubt an das Gute im Menschen, in seinem Verständnis wird der Mensch gut geboren.

Der Daoismus kennt nicht die Kategorie der „Sünde“, er spricht von „Fehlern“. Der chinesische Begriff hierfür ist 病 „bing“ – Fehler, Defekt, Krankheit. Wenn wir Qigong üben, arbeiten wir daran, unsere Krankheiten zu erkennen und zu heilen – inklusive der Fehler in unserem Verhalten.

Warum hat Meister Guos Meister dann gesagt, was er gesagt hat?

Nun, auch das Qigong ist nicht per se gefeit gegen das Böse. Zum Beispiel gibt es im Kungfu Übungen, welche die Fähigkeit entwickeln, den Kampfgegner zu töten, ohne dass man äußerlich irgendeine Verletzung an dessen Körper erkennen könnte. Bei dieser Übung entwickelt man zuerst die Fähigkeit, das Qi im Zeigefinger zu konzentrieren; dann entwickelt man die Fähigkeit, mit ausgesendetem Qi eine Kerzenflamme auszulöschen. Wenn man die Fähigkeit erreicht hat, mit seinem ausgesendeten Qi eine hinter einer Glasscheibe stehende Kerzenflamme zu löschen, ohne dass die Glasscheibe zerbricht – dann hat man auch die oben genannte Fähigkeit erreicht.

Unter dem Oberbegriff „Qigong“ verstecken sich verschiedene, teils sehr perverse Ziele.

Die Dao Yuan Schule für Qigong hat solche Ziele nicht, noch unterrichtet sie Übungen, welche derartige Ziele erreichen können.

Meister Guos Meister war sich aber wohl darüber im Klaren, dass man auch im Bereich des Qigong auf Abwege geraten kann. Dann kann man dessen höchste Ziele, schlussendlich das Dao, schwerlich erreichen. Jeder Meister möchte gerne, dass seine Schüler gute Ergebnisse entwickeln. Gute Ergebnisse erfordern gutes Üben und gutes Handeln entsprechend dem Dao.

(‚Entsprechend dem Dao‘ bedeutet nicht, dass man dafür Daoist sein müsste.)


¹ Guo, Lao Zi Dao De Jing, daoyuan verlag Edith Guba, ISBN 978-3-9809511-1-1

² 德_“De“ wird begriffen als „Ausdruck des Dao in der Welt“. Im Alltagsgebrauch bedeutet es „Moral, Tugend“. Leider sind manche Begriffe im Westen durch verschiedenen historische Funktionalisierungen kaum mehr ohne verquere Konnotationen verwendbar. Moral und Tugend sind als Begriffe hier schon seit Längerem in den jeweils zweiten Rang abgerutscht, den der Abwesenheit von De: sie werden als Handlungsweise proklamiert („nicht verloren“) oder sie dienen der Intervention und dem Kalkül. Darum blieb der Begriff im Deutschen unübersetzt. Meister Guo verwendet im Französischen „vertu“ – es mag für ihn als Nicht-Muttersprachler einfacher sein, einen eventuell vorhandenen negativen Kontext zu überhören, vielleicht ist er im Französischen auch nicht so spürbar vorhanden wie im Deutschen.

Thermografien beim Üben

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bu1 - Thermografieaufnahmen während einer Fan Teng Gong Übung.
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Hier sehen Sie thermische Veränderungen von zwei Personen beim Üben des Dao Yuan Fan Teng Gong. Die Bilder stammen aus mehreren Serien, die am 29./30. März 2003 von Guo Bingsen und Edith Guba aufgenommen wurden.
Beide Teilnehmer waren damals Anfänger im Qigong. Eine Übungsrunde im Fan Feng Gong dauert ca. 40 Minuten. (Die jeweiligen Temperaturen folgen demnächst.)
Fan Teng Gong wird im Stehen geübt. Nimmt man die korrekte Grundstellung ein, so wird die Qi – und mit ihm die Blut-Zirkulation sofort beschleunigt. Dies kann man gut an den Farbveränderungen von grün nach gelb nach rot erkennen. Kurz danach treten oftmals bald auch ausleitende Reaktionen ein. Ausleitungen erfolgen im Qigong meistens über die Hände und/oder über die Füße. Beim Üben kann man dies als Kühle oder Kälte empfinden, auf den Thermografiebildern werden sie durch Farbverschiebungen von rot nach gelb nach grün und blau erkenntlich.
Die Temperaturveränderungen in bekleideten Bereichen sind in Bezug auf die Ergebnissen der Thermografieaufnahmen ungenau und nicht relevant.
Demnächst folgen weitere Erläuterungen.

Thermografien, Hintergrund und Perspektiven

Meister Guo Bingsen sendet Qi über einen Zahnstocher zum Punkt Hegu eines Kursteilnehmers.
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G1 - Guo Bingsen sendet mittels eines Zahnstochers, der die Haut des Empfängers nicht berührt, Qi zum Punkt Hegu eines Schülers. Weitere Infos zu dieser Bilderreihe folgen demnächst.
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Diese Aufnahmen sind am Wochenende des 22./23. März 2003 entstanden.

Diagramme im Vergleich

Zum besseren Verständnis des Folgenden zunächst meine Hände im Vergleich:
Hand im Sende-Modus, sowohl für kühles als auch für warmes Qi
Hand im Normalzustand
Vergleichsdiagramm 1 (B/L) zum kühlen und zum warmen Aussenden:

Vergleichsdiagramm 2 (A/O) zum kühlen und zum warmen Aussenden:

Es zeigt sich, dass die Ergebnisse des kühlen und des regulären warmen Aussendens ohne Empfänger thermisch nahe beieinander liegen. Trotzdem gibt es Differenzen. Für definitive Aussagen ist es noch etwas früh.

Unter diesem Link finden Sie die Infrarot-Aufnahmen zum Aussenden von regulärem/warmem Qi und hier finden Sie die Infrarot-Aufnahmen zum Aussenden von kühlem Qi.

Exkurs zum Qigong

Vielleicht gibt es ja aber Analogien zwischen diesen Messungen und den Erfahrungen beim Praktizieren der Übungen, welche diese Fähigkeit entwickeln: Beim Nei Jing Gong schwitzt man sowieso ziemlich. Bei den Kühle-Übungen empfinden manche Übenden noch mehr Hitze. Das haben wir uns immer mit dem Kühlschrank-Prinip erklärt: es ist Energiezufuhr nötig, um Kühle herzustellen. – Wieso sollte das nicht auch fürs Aussenden gelten – selbst wenn es nicht auf einen Empfänger gerichtet ist. Auch spielt beim Aussenden von Kühle – die sich normalerweise nach der gewissenhaften Praxis der entsprechenden Übungen des Nei Jing Gong¹ ja ohne eigene Vorstellung des Senders von alleine initialisiert, wenn sie benötigt wird und der Sender als solcher aktiv geworden ist – nicht nur die Kühle selber eine Rolle, sondern auch weitere Potenziale des Qi.

Es ist Prüfungsvoraussetzung für die Unterrichtserlaubnis des Dao Yuan Fan Teng Gong, mindestens die zweite Stufe des Nei Jing Gong praktiziert zu haben. Diese beinhaltet auch Übungen zur Entwicklung von kühlem Qi. Damit können die an der Dao Yuan Schule für Qigong ausgebildeten Lehrer für Fan Teng Gong ihre Schüler bei starken Hitzereaktionen unterstützen. Bei Verbrennungen ist es eine mehr als willkommene Nothilfe und Ärzte, Heilpraktiker und Heiler werden es automatisch bei verschiedenen Hitze-Beschwerden aussenden, insofern es vom Organismus des Empfängers benötigt wird – jeder, der es geübt hat, auch Handwerker, Hausfrauen, Professorinnen – alle, die es regelmäßig täglich üben; auch sind diese Übungen manchmal etwas anspruchsvoll; für Personen, die an Krebs erkrankt sind, sind sie nicht geeignet. – Qigong ist sehr wunderbar und man weiß nicht, ob man es glauben soll oder nicht. – Aber befinden sich nicht die modernen Naturwissenschaften manchmal in ganz ähnlichen Situationen?

Demnächst mehr zu diesen Themen.


¹ „Nach der Praxis des Nei Jing Gong“ – ob andere Qigongformen diese Fähigkeit auch entwickeln, weiß ich nicht; ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen.